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19. März
Kongresszentrum Budapest, 19:30 Uhr
Ungarische Nationalphilharmonie und Nationalchor
Schönberg: Sechs Lieder, op. 8
Berlioz: Trauer- und Triumphsymphonie, op. 15
Wagner: Götterdämmerung – Schlussszene
Dirigent: Zoltán Kocsis
Mit: Éva Marton /Gesang
Chorleiter: Mátyás Antal
Wertvolle Traditionen, zahlreiche preisgekrönte Platten, umfangreiches Repertoire charakterisieren das namhafte Orchester und den Chor. Die Blütezeit des Orchesters, früher unter dem Namen Staatliches Konzertorchester bekannt, kennzeichnete János Ferencsik. Seit 1997 veranstaltet das Orchester seine Konzerte selbst, und zwar unter dem Namen Ungarische Nationalphilharmonie. Unter der künstlerischen Leitung von Musikdirektor Zoltán Kocsis kam es bereits zu Ungarnpremieren von mehreren Werken. 2003 nahm das Ensemble an einer groß angelegten Gastreise durch die USA teil. Da Musikdirektor Zoltán Kocsis vertraglich an Philips gebunden war, konnte ihre gemeinsame CD (mit selten gespielten Werken von Debussy und Ravel) von Kocsis und dem Ensemble in neuer Aufstellung erst jetzt erscheinen.

Schönberg komponierte seine Sechs Lieder, op. 8 1903-1904, d.h. noch in seiner tonalen Phase. Auf den Beginn seiner Laufbahn zurückblickend listete Schönberg auf, was er von den Vorgängern, Mozart, Beethoven, Brahms und natürlich Wagner, lernte. „1. Die Fähigkeit, Themen auszudrücken, bzw. zweckmäßige Formulierung; 2. Verwandtschaft zwischen Themen und Akkorden; 3. Auffassung der Themen und Motive als musikalischer Stil, bzw. die Möglichkeit diese dissonant den Harmonien gegenüber zu stellen.“ Wagners „musikalischen Stil“ kann das Konzertpublikum in der Abschlussszene von ‚Götterdämmerung’ kennen lernen. Die letzten Töne der Tetralogie skizzieren das Bild des Untergangs der göttlichen Welt. Schließlich erklingt die Trauer- und Triumphsymphonie von Berlioz. Berlioz passt sich der Reihe sehr gut an, war er doch neben Wagner der zweite markant avantgardistische Komponist des 19. Jahrhunderts.


19. März
Musikakademie, 19:45 Uhr
Budapester Festivalorchester
Akira Miyoshi: Kyomon für grosses Orchester und Kinderchor – Ungarnpremiere
Schumann: Cellokonzert in a-Moll, op. 129
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 15
Dirigent: Michiyoshi Inoue
Mit: Truls Mørk / Cello, Kinderchor des Ungarischen Rundfunks
(Chorleiter: Gabriella Thész)
Das Orchester wurde 1983 von Iván Fischer und Zoltán Kocsis gegründet, einen ständigen Status erhielt es von der Hauptstadt Budapest im Jahr 1992. Internationalen Ruf erwarb es sich während seiner Konzerte durch Ungarn und der Auslandstourneen. Seine Plattenaufnahmen brachten dem Orchester zahlreiche Anerkennungen. Der Musikdirektor ist Iván Fischer.

Truls Mørk
Der Cellist aus Norwegen, Sieger zahlreicher international bedeutender Wettbewerbe, darunter des Tschaikowsky-Wettbewerbs, lernte zuerst bei seinem Vater, dann bei Frans Helmerson, Heinrich Schiff und Natalia Skowskaja. Außer mit Concertgebouw aus Amsterdam, dem BBC Symphonieorchester und den Londoner Philharmonikern arbeitet er auch mit den weltbesten Orchestern zusammen. 2002 spielte er bei der Weltpremiere von Pendereckis Konzert für drei Celli auch an der Seite von Boris Pergamentschikow und Hanna Chang. Mørk ist der künstlerische Leiter des Kammermusikfestivals Stavanger. Er ist ständiger Kammermusik-Partner von Jean-Yves Thibaudet, Yefim Bronfman sowie dem virtuosen Violinisten aus Israel Gil Shaham. Mørks Cello, das ihm die Norwegische Königliche Bank kaufte, wurde 1723 in der Werkstatt von Domenico Montagnana gebaut.

Michiyoshi Inoue
Die Karriere des japanischen Dirigenten startete, ähnlich wie die vieler seiner Künstlerkollegen, in Europa. In Mailand war er Sieger eines Wettbewerbs. Er leitete die Neue Japanische Philharmonie, mit seinem Orchester eröffnete er den Konzertpalast von Tokio, die Suntory Hall. Er tritt nicht nur in Japan, sondern in ganz Europa und Amerika auf, wo er u.a. auch Mahlers Musik dirigiert. An seinen Namen knüpfen zahlreiche interessante Opernaufführungen, so z. B. die Puccini-Oper Turandot (1999), entstanden in Zusammenarbeit des Bunkamura Theaters Tokio und des Edinburgh Festivals, die an beiden Schauplätzen auch aufgeführt wurde.

Kinderchor des Ungarischen Rundfunks
Gegründet 1954 unter der Leitung von Valéria Botka und László Csányi. Seit 1995 ist Gabriella Thész die künstlerische Leiterin des Kinderchors, ihr Dirigentenkollege seit 1997 László Norbert Nemes. Das Repertoire des Kinderchors erstreckt sich vom gregorianischen Gesang über die vokale Polyphonie der Renaissance bis hin zur zeitgenössischen Musik. Über Werke von Kodály und Bartók hinaus widmet man den Werken zeitgenössischer Komponisten aus Ungarn und ganz Europa besondere Aufmerksamkeit. Die Kinder erlernen auch ein Instrument. Der Kinderchor nimmt regelmäßig an Kunstfestivals in Europa und an Festveranstaltungen teil. 1988 wirkte das Ensemble in der Mailänder Scala an der Weltpremiere von Stockhausens Oper Montag aus Licht mit. 1993 traten sie beim Genfer Festival zeitgenössischer Musik auf, 1996 sangen sie beim Budapester Frühlingsfestival in Pendereckis Lukaspassion. Der Chor ist auch ständig beim Festival moderner zeitgenössischer Musik in Wien präsent. Im August 2000 führten die Kinder bei den Salzburger Festspielen sowie im September in Gent beim Flämischen Festival unter der Leitung von Dennis Russel Davies die Choralsymphonie von Philip Glass auf.

Gabriella Thész
Ihr Diplom erwarb sie 1973 an der Musikhochschule Franz Liszt. Ihre Lehrer waren Erzsébet Szőnyi, Zoltán Vásárhelyi und István Párkai. Für ihre künstlerische Tätigkeit war von Anfang an sowohl Unterricht als auch Chorleitung charakteristisch. Regelmäßig beteiligte sie sich aktiv an der Arbeit zur Weiterbildung von Musiklehrern im Ausland und an verschiedenen Universitäten, so z. B. 1976 am amerikanischen Kodály Institut, am New-England-Konservatorium von Boston, wo sie Solfeggio unterrichtete. Bei zahlreichen Chorwettbewerben in Ungarn und im Ausland wirkt sie als Jurymitglied mit. Seit 1985 ist sie Lehrerin und Chorleiterin des Kinderchors des Ungarischen Rundfunks.


20. März
Italienisches Kulturinstitut, 19:30 Uhr
Zoltán Kocsis und die Pannon Philharmoniker – Pécs
Ravel–Zoltán Kocsis: Le Tombeau de Couperin
Bartók: Klavierkonzert Nr. 3
Debussy–Zoltán Kocsis: Images (Oubliées), L 87
Ravel: Daphnis et Cloë – Suite Nr. 2
Dirigent: Zsolt Hamar
Mit: Zoltán Kocsis /Klavier

20. März
Musikakademie, 19:45 Uhr
Budapester Festivalorchester
Akira Miyoshi: Kyomon für großes Orchester und Kinderchor – Ungarnpremiere
Schumann: Cellokonzert
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 15
Dirigent: Michiyoshi Inoue
Mit: Truls Mørk / Cello, Kinderchor des Ungarischen Rundfunks
(Chorleiter: Gabriella Thész)
21. März
Kongresszentrum Budapest, 19:30 Uhr
Internationale Bachakademie Stuttgart
Bach: Matthäuspassion, BWV 244
Dirigent: Helmuth Rilling
Mit: Sibylla Rubens, Ingeborg Danz, Marcus Ullmann, James Taylor, Christian Gerhaher, Rudolf Rosen / Gesang
Bach-Collegium Stuttgart, Gächinger Kantorei Stuttgart
Internationale Bachakademie Stuttgart
Die Zentrale in Stuttgart, auch das Goethe Institut der Musik genannt, wurde 1981 von Dirigent Helmut Rilling gegründet. Die Bach-Akademie organisiert Sommerkurse und Festivals. Neben Bach wird in der Regel ein weiterer großer Komponist in den Mittelpunkt des Programms gestellt. 2003 sind es Werke von Mahler und Brahms. Den Stuttgarter Kursen wohnten bereits mehrere ungarische Musiker bei. Die Akademie hält auch außerhalb ihrer Zentrale Kurse ab, so kam es bereits zu Kursen in Japan, Polen, Tschechien, Russland, Ungarn, Spanien, Venezuela und Argentinien. 1994 erhielt die Internationale Bachakademie Stuttgart den UNESCO-Preis. Im Jahr 2000 veröffentlichte man Bachs sämtliche Werke. Im Mai 2003 kam es anlässlich des 70. Geburtstages des Gründer-Komponisten Helmuth Rilling zu mehreren groß angelegten Konzerten. In einem Benefizkonzert im Beethoven-Saal erklang die Messe in h-Moll, anschließend wurde Pendereckis Credo gespielt. Dabei wirkten sogar zwei ungarische Künstler mit, die in Berlin tätige Sopranistin Anna Korondi und der Bassist István Kovács, ehemaliger Annie-Fischer-Stipendiat. Im Kinderchor Arelius sang der Sohn der in Stuttgart lebenden ungarischen Sopranistin Ilona Verebics. Beim Budapester Frühlingsfestival tritt die Akademie mit einer Bach-Komposition auf, es erklingt die Matthäuspassion.


22. März
Ungarische Staatsoper, 19:30 Uhr
Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft
Gershwin: Kubanische Ouvertüre
Copland: Billy the Kid – Suite
Copland: Fanfare for the Common Man
Grofé: Grand Canyon – Suite
Dirigent: Rico Saccani
Das 150-jährige Orchester tritt diesmal mit einem amerikanischen Programm auf. Ein Grund für die Auswahl der Werke ist, dass der in einer italienischen Familie aufgewachsene künstlerische Leiter, Rico Saccani in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Es liegt ihm also am Herzen, die Werbetrommel für die Musik seiner Heimat zu rühren. Andererseits kann man Werke amerikanischer Komponisten aus dem 20. Jahrhundert auf dem Konzertprogramm in Ungarn nur selten entdecken. Aaron Copland ist auch beim europäischen Publikum bekannt, von ihm spielt das Orchester Billy the Kid. Die Musik zum bekannten Westernfilm ist eines der drei Ballettstücke von Copland. Über Ferdinand von Grofé weiß jedoch ein durchschnittlicher Musikliebhaber nur wenig. Er wurde 1892 in New York geboren und verstarb 1972 in Santa Monica. Für sein typischstes Werk hält die Fachliteratur die Suite Grand Canyon aus fünf Sätzen aus dem Jahr 1931. Die anderthalbstündige Komposition steht in der Regel mit Billy the Kid auf dem Programm. Warum das so ist, erfahren Sie im Budapester Konzert.


24. März
Kongresszentrum Budapest, 19:30 Uhr
Verdi: Requiem – inszenierte Aufführung
Dirigent: Rafael Frühbeck de Burgos
Mit: Szilvia Rálik, Bernadett Wiedemann, Ľudovít Ludha, István Rácz/ Gesang, Filarmonica Arturo Toscanini, Ungarisches Nationalchor
(Chorleiter: Mátyás Antal)
Regie: Pierluigi Pier’Alli







26. März
Musikakademie, 19:30 Uhr
Ungarische Symphoniker MATÁV
Suter: Le Laudi di San Francesco
Dirigent: András Ligeti
Mit: Andrea Csereklyei, Susanne Schimmack, Attila Fekete / Gesang, Chor (Chorleiter: Kálmán Strausz) und Kinderchor des Ungarischen Rundfunks (Chorleiterin: Gabriella Thész)
Suter: Le Laudi
Hermann Suter, Organist und Dirigent aus der Schweiz, ist ein Repräsentant der Generation von Bartók und Kodály. Er wurde 1870 in Aargau geboren, seine Studien führte er in Basel, Stuttgart und Leipzig. In Zürich war er als Chorleiter tätig, wurde dann Lehrer am Konservatorium. Er gilt als eine der dominantesten Persönlichkeiten der Musikszene in der Schweiz. Später kehrte er nach Basel zurück, wo er 1926 starb. Er komponierte Symphonien, Violinkonzerte und Streichquartetts. Sein meistgespieltes Werk ist sein Oratorium op. 25 Le Laudi di San Francesco d‘Assisi. Dieses Werk erschien auch auf CD mit dem Dirigenten András Ligeti, Leiter der Ungarischen Symphoniker MATÁV. Die Mezzo-Solistin war Vesselina Kasarova, diesmal singt die Mezzo-Rolle Susanne Schimmack, die in den Aufführungen der Brüsseler Monnaie vor allem in zeitgenössischen Werken auftritt. Zuletzt sang sie die Rolle des Mondes in der Ballade von Luca Francesconi, einem Schüler von Berio, Regie führte Achim Freyer.

26. März
Italienisches Kulturinstitut, 19:30 Uhr
Concerto Copenhagen
Händel: Concerto Grosso in F-Dur, op. 3 No. 4a
Bach: Konzert für Cembalo
J. H. Roman: Suite in G-moll aus “Golovinmusiken”
J. H. Roman: Konzert für Oboe d’amore in D-Dur
Händel: Concerto Grosso in D-Dur, op. 6 No. 5
Mit: Frank de Bruine /Oboe d’amore,
Lars Ulrik Mortensen /Cembalo
Concerto Copenhagen
Das Ensemble, das sich auf alte Musik spezialisierte, wurde 1990 von dänischen und schwedischen Musikern gegründet. Der Kern des Repertoires von Concerto Copenhagen (für das dänische Publikum einfach CoCo) bildet die Barock- sowie die frühe klassische Musik. Besondere Aufmerksamkeit widmen die Musiker den Komponisten des Nordens jener Zeit, wie z.B. dem dänischen C. E. F. Weyse (1774–1842). In Zusammenarbeit mit der Königlichen Bibliothek Koppenhagen ließen und lassen sie die Noten zahlreicher unbekannter, jedoch entdeckungswerten Kompositionen erklingen. Dank der niveauvollen Vortragsweise und dem selten gespielten Repertoire wurde CoCo eine einmalige Erscheinung der dänischen (und des internationalen) Musikszene. Musikalischer Leiter des Ensembles ist seit 1999 der Cembalokünstler Lars Ulrik Mortensen. Er brachte neuen Schwung in die Tätigkeit des Orchesters. 2002 führte man, als bisher größtes Unterfangen in der Geschichte des Orchesters, im Royal Theater Händels Oper Julius Caesar auf.
Mortensen studierte an der Dänischen Königlichen Musikakademie, später war er Schüler von Trevor Pinnock in London. Zwischen 1988 und 1990 spielte er im Orchester London Baroque, dann bis 1993 im Collegium Musicum 90. Mit der Aufnahme von Bachs Goldberg Variationen gewann er den französischen Diapason d’Or Preis. Im Jahr 2000 dirigierte er im Auftrag des Royal Theaters Kunzens Oper „Holger Danske”. Dank seiner Erfolge wurde er zum ständigen Dirigenten des Royal Theaters ernannt, seitdem dirigierte er zahlreiche Opern, darunter auch Mozarts „Idomeneo”.

27. März
Musikakademie, 19:30 Uhr
Festival Orchester Salzburg
Mozart: Divertimento in D-dur, KV 136
Mozart: Konzert für Klarinette in A-dur, KV 622
Mozart: Sinfonia concertante in Es-dur, KV 297/B
Mozart: Divertimento in F-Dur, K 138
Dirigent: Tibor Bényi
Mit: Kálmán Berkes / Klarinette, József Kiss / Oboe, László Gál / Horn, Júlia Gábor / Fagott
Salzburger Festivalorchester
Das Salzburger Festivalorchester wurde 2001 von Tibor Bényi gegründet. Das Ensemble, das auf den Traditionen der Salzburger Kammermusikakademie basiert, spezialisierte sich vor allem auf die Musik von Mozart und dessen Zeit. Das Orchester arbeitet mit bekannten Solisten zusammen, doch großer Akzent liegt auch auf der Vorstellung junger Talente. Der Leiter des Orchesters ist auch gegenwärtig Tibor Bényi. Bényi absolvierte seine Cello-Studien an der Musikhochschule Franz Liszt, seit 1991 lebt er in Salzburg. Am Anfang seiner Laufbahn war er sogar zweimal Sieger des Internationalen Cellowettbewerbs (1978, 1984). Regelmäßig beteiligt er sich an der Tätigkeit der Jury bei internationalen Cellowettbewerben, seit 1998 hält er in Bozen Meisterkurse. Er ist Dirigent und Solist des Salzburger Mozart Kammerorchesters und künstlerischer Direktor der Kammermusikakademie.


30. März
Musikakademie, 19:30 Uhr
Ungarische Nationalphilharmonie
Smetana: Die verkaufte Braut – Ouvertüre
Mozart: Klavierkonzert in B-Dur, KV 595
Mahler: Symphonie Nr. 1
Dirigent und am Klavier: Zoltán Kocsis
Ungarische Nationalphilharmonie
Smetanas Oper Die verkaufte Braut (Prodaná Nevěsta) ist ein ausgezeichnetes Konzertprogramm. Der Komponist bereicherte, den symphonischen Traditionen Liszts folgend, seine prachtvoll arrangierte Musik mit Motiven der böhmischen Volksmusik. Schwungvolle, lustige Melodien mit Polka-Rhythmen gestalten dieses Werk unwiderstehlich.
Mahlers erste Symphonie wurde, wie so viele seiner Werke, von dem romantischen Gedicht Titan von Jean Paul inspiriert. Im Werk erscheint natürlich auch das Natur-Erlebnis des Komponisten, das sein ganzes Leben durchdringt. Die Symphonie aus dem Jahr 1888 weist Spuren der Spätromantik auf, insbesondere im bewegten Finale.
Das Klavierkonzert in B-Dur, KV 595, in drei Sätzen (das dritte in diesem Ton) ist Mozarts größtes Klavierkonzert. Er komponierte es im Januar 1791 und verstarb noch gegen Ende des Jahres. Der Zeitpunkt ist ein Anlass für die Nachwelt, Mozarts Werke aus seinem letzten Lebensjahr mit anderen Augen zu betrachten, als würde der Schatten des drohenden Endes auf sie fallen. Mozarts Briefe zeugen jedoch von keiner ständigen seelischen Krise, obwohl er selbstverständlich Schwierigkeiten hatte. Kurz vor seinem Tod wurde er sowohl von Solomon als auch von O’Reilly nach London zu Konzerten eingeladen. Das voraussichtliche Einkommen versprach hoch zu werden, doch Mozart konnte die Reisekosten nicht auftreiben. Im ersten Satz des Klavierkonzerts kann wirklich eine gewisse Resignation, eine Wendung nach innen entdeckt werden. Dieses Gefühl entsteht im Hörer dadurch, dass es in dem Werk in Dur zahlreiche Moll-Episoden gibt. Der leichte, gesellige Mozart fehlt in diesem Stück, anwesend ist jedoch der Komponist, der die kindisch-einfachen Melodien zu einer virtuos-großzügigen Struktur zaubert. Im mittleren, langsamen Satz steigert sich die Melancholie, doch im Allegro am Ende kehrt eine gewisse romantische Lebensfreude zurück.

30. März
Millenáris Teátrum, 19:30 Uhr
Kammerorchester des Niederländischen Rundfunks (Hilversum)
Peter Eötvös: Triangel
Peter Eötvös: Replica – Ungarnpremiere
Michel van der Aa: Hier (anbei) – Uraufführung
Peter Eötvös: Snatches of a conversation – Ungarnpremiere
Dirigent: Peter Eötvös
Mit: Peter Prommel / Schlagzeug, Kim Kashkashian / Bratsche, Marco Blaauw / Trompete, Zoltán Mizsei / Gesang
Eötvös ist einer der bekanntesten Interpreten der Musik des 20. Jahrhunderts. Seine Laufbahn als Komponist und Dirigent begann er als Mitarbeiter von Stockhausen und Boulez. Zwischen 1978 und 1991 war er künstlerischer Direktor des Ensembles InterContemporain Paris, von 1985 bis 1988 erster Gastdirigent des Londoner BBC Symphony Orchestras, von 1992 bis 1995 ständiger Gastdirigent des Budapester Festivalorchesters. Zurzeit ist er ständiger Dirigent beim Kammerorchester des Niederländischen Rundfunks, Gastdirigent für Gegenwartsmusik bei der Ungarischen Nationalphilharmonie und Professor an der Hochschule für Musik in Köln. 1991 gründete er zur Weiterbildung junger Dirigenten und Komponisten das Internationale Eötvös Institut. Als Anerkennung seiner Tätigkeit erhielt er 1988 vom Kultusminister Frankreichs die staatliche Auszeichnung „Officier de l’ordre des l’arts et des lettres”. 1997 wurde er in Budapest mit dem Preis Bartók-Pásztory ausgezeichnet. 1997 wählte ihn die Berliner Akademie der Künste, 1998 die Budapester Literatur- und Kunstakademie Széchenyi, 1999 die Dresdner Sächsische Akademie der Künste zum Mitglied. Im Jahr 2000 erhielt er den Jubiläumspreis der Christoph und Stephan Kaske Stiftung. Im Mai 2001 durfte er als Anerkennung seiner künstlerischen Tätigkeit in Budapest den damals neu gegründeten Gundel-Kunstpreis für sein Bühnenhörspiel ‚As I crossed a Bridge of dreams’ übernehmen. Seine Werke werden weltweit gespielt. Seine Oper ‚Die drei Schwestern’ gewann 1998 den „Grand prix de la critique 1997/98 – Prix Claude-Rostand” (Paris), den Preis „Victoires de la Musique Classique et du Jazz 1999” (Paris) und den „Prix Caecilia” (Brüssel). 2001 wurde Peter Eötvös der „Magyar Klasszikus Díj“ (Preis Ungarische Klassik) zugesprochen, gegründet vom Magazin Gramofon. Seine Werke erscheinen bei den Verlagen Editio Musica Budapest, Salabert Paris, Ricordi München und Schott Music Mainz, seine Platten werden von BMC, DGG, ECM, EMI, Gramophon AB BIS, Kairos Wien vertrieben.
Zum 60. Geburtstag von Peter Eötvös
(Gemeinsame Veranstaltung mit der Millenáris Kht.)




31. März
Musikakademie, 19:30 Uhr
Philharmonisches Orchester Odessa
Liszt: Mazeppa
Khachaturian: Violinkonzert in d-Moll
Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4
Dirigent: Hobart Earle
Mit: Maxim Fedotov / Violin
Philharmonisches Orchester Odessa
Das alte Odessa, eine Perle des Schwarzen Meeres, war eine multinationale Stadt, in der Armenier, Griechen, Juden und Deutsche zusammenlebten. Dementsprechend vielfältig war auch die Kultur der Stadt. Namhafte Künstler erblickten in Odessa das Licht der Welt, unter ihnen auch das Pianisten-Genie Swjatoslaw Richter. Das Philharmonische Orchester der Stadt wurde 1937 gegründet, es wurde auch während der sowjetischen Ära anerkannt, als ein bedeutendes Ensemble neben den Orchestern von Moskau und St. Petersburg. Das Philharmonische Orchester Odessa spielte unter bekannten Dirigenten wie z.B. Juri Tjemirkanow, Kurt Sanderling, Arvid und Mariss Jansons. Seit die Ukraine ihre Unabhängigkeit wiedererlangte, zählt das Philharmonische Orchester Odessa (OPO) als Nationales Ensemble. Seine Entwicklung nahm besonders in den letzten zehn Jahren Aufschwung, seit der junge amerikanische Dirigent Hobart Earle an seiner Spitze Stab führt. Die Londoner Ausgabe von Independent hob den für die Wiener und Berliner Schule charakteristischen fein ausgearbeiteten Klang hervor. Die Musiker gastierten in London, Köln, Wien, Bonn, Madrid, Chicago, Washington und in der Carnegie Hall in New York – überall in den vornehmsten Konzerthallen.
Der junge Dirigent wurde als Sohn von US-amerikanischen Eltern in Venezuela geboren und war Schüler von Leonard Bernstein und Seiji Ozawa. Nach seinem Dirigenten-Studium in Wien erwarb er sein Diplom an der Universität in Princeton. In seinem Repertoire lässt er besonders betont die Werke der Meister der zweiten Wiener Schule (Mahler, Berg) und deren Zeitgenossen (Bruckner, Richard Strauss) erklingen. Seine Vorliebe gilt auch den Werken von anglo-sächsischen Komponisten des 20. Jahrhunderts (Elgar, Copland, Bernstein).


1. April
Italienisches Kulturinstitut, 19:30 Uhr
Clemencic Consort
Jacopone da Todi: Stabat Mater
Pergolesi: Stabat Mater
René Clemencic: Stabat Mater – Ungarnpremiere
Künstlerischer Leiter: René Clemencic
René Clemencic und sein Ensemble, das Clemencic Consort, waren bereits Gäste des Budapester Frühlingsfestivals. Der virtuose Künstler der Barockflöte, Gründer und Leiter des Consorts, wurde in Wien geboren. Sein Vater war Notar, so bereiste die Familie die mitteleuropäische Region von Istrien bis Polen. René Clemencic beschäftigte bzw. beschäftigt sich nicht nur mit seinen Musikstudien, er interessiert sich auch für Philosophie und Musikgeschichte. Mit dem Clemencic Consort befasst er sich als Künstler und Forscher gleichermaßen mit der Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks. Er ist aber auch Kenner zeitgenössischer Kompositionen und der avantgardistischen verwandten Künste. Seine Publikationen behandeln die gleichen Themen, in denen er auch Meisterkurse in ganz Europa und den Vereinigten Staaten veranstaltet.
(Mit der freundlichen Unterstützung des Österreichischen Kulturforums und des Italienischen Kulturinstituts)

1. April
Musikakademie, 19:30 Uhr
Budapester Symphoniker
(Symphonisches Orchester des Ungarischen Rundfunks)
Tschaikowsky: Romeo und Julia – Ouvertüre-Phantasie
Mozart: Die Zauberflöte – Arie in E-Dur des Sarastro
Verdi: Don Carlos – Arie des Königs Philipp
R. Strauss: Ein Heldenleben (op. 40) – symphonische Dichtung
Dirigent: Tamás Vásáry
Mit: László Polgár /Gesang, Attila Falvay / Violine
Die Budapester Symphoniker, das Symphonische Orchester des Ungarischen Rundfunks, wurden 1943 gegründet, als Ernő (Ernst von) Dohnányi der Generalmusikdirektor des Rundfunks war. Das Orchester gehört zu den führenden Ensembles von Ungarn und ist eines der bedeutendsten Klangkörper in ganz Europa. Zu Gast bei den Budapester Symphonikern waren seit der Gründung zahlreiche prominente Musiker, aber das Orchester selbst bereiste auch schon fast die ganze Welt. Fast das gesamte Stammrepertoire der symphonischen Oratorien vom Barock bis in die Gegenwart steht auf dem Programm, bzw. den Aufnahmen des Orchesters. Sein leitender Dirigent und Generalmusikdirektor ist seit 1993 Tamás Vásáry.

Tamás Vásáry
Er wurde 1933 in Debrecen geboren, sein Diplom als Pianist erwarb er an der Musikhochschule Franz Liszt, wo er Assistent von Zoltán Kodály wurde. Als Sieger großer internationaler Wettbewerbe war er 1956 gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Er bereiste als gefeierter Pianist die Welt und machte Serien von Plattenaufnahmen mit beispiellosem Erfolg. Seine Dirigententätigkeit entfaltet sich seit den 70er Jahren auf mehreren Kontinenten auf einer immer breiteren Skala. Seit 1993 ist er der Generalmusikdirektor und leitende Dirigent des Symphonischen Orchesters des Ungarischen Rundfunks.


1. April
Marmorsaal des Ungarischen Rundfunks, 19:30 Uhr
Kammerorchester Solti
Respighi: Antiche arie e danze
Beethoven: Romanze in G-Dur und F-Dur
R. Strauss: Metamorphosen
Mit: Péter Csaba / Violine
Der aus Rumänien gebürtige ungarische Violinist und Dirigent Péter Csaba ist Sieger zahlreicher internationaler Wettbewerbe und Zweitplazierter des Paganini-Wettbewerbs. Als Musiker bereiste er die ganze Welt, bisher konzertierte er in 60 Ländern mit großem Erfolg. Er ist Gründer des finnischen Kammerorchesters Kuhmo Virtuosi, künstlerischer Direktor des Lappland Festivals, des schwedischen Kammerorchesters Musica Vitae sowie des Symphonischen Orchesters von Besancon. Er unterrichtet an zahlreichen Meisterkursen, ist Leiter des Seminars für Orchester am Conservatoire Superior in Lyon und künstlerischer Leiter des Musikfestivals Santander. 2002 wurde er ordentliches Mitglied der Schwedischen Akademie. Seine Plattenaufnahmen erschienen bei den Verlagen Caprice, Ondine, BIS und Hungaroton Classic. Zahlreiche zeitgenössische Komponisten widmeten ihm ihre Werke. Mehrere Jahre wirkte er in Gödöllő bei den Schlosskonzerten im Sommer mit.

1. April
Nationales Filmtheater Urania, 19:30 Uhr
Joachim Kühn (Klavier) und die Dresdner Kapellsolisten
Mozart: Divertimento in F-dur, KV 138
Joachim Kühn: Grenoble-Konzert
Joachim Kühn: Salinas – mar y sal
Haydn: Abschiedssymphonie, Hob 1:46
Dirigent: Helmut Branny
Joachim Kühn (Klavier) und die Dresdner Kapellsolisten
Das Orchester wurde 1994 von einigen Musikern der Staatskapelle gegründet, um nach Herzenslust selten hörbare klassische, romantische und Barock-Werke zu spielen. Nach dem Prinzip „erster unter Gleichen“ leitet Helmut Branny die Arbeiten. Schon bald war das Ensemble ein gefragter Teilnehmer bekannter Festivals in Deutschland. Es wurde vom Leipziger Gewandhaus, den Kölner Philharmonikern eingeladen, aber erfolgreich war auch die Tournee in Florenz, Rom, Mailand und in Japan. Nach Budapest kommt das Ensemble mit einem einmalig interessanten Programm, sein Solist ist nämlich der Jazz-Pianist und Alt-Saxophonist Joachim Kühn. Er wurde 1944 in Leipzig geboren, als in der Stadt die Waffen krachten. Er hatte vor, klassischer Konzertpianist zu werden, doch als er 17 war, „verführte“ ihn sein Bruder Rolf, ein Klarinettist, zum Jazz. In dieser Gattung erntete er schnell bedeutende Erfolge. Der Reihe nach gewann er bei Wettbewerben, er wurde zu internationalen Treffen eingeladen. Mit 20 gründete er sein erstes Trio, später arbeitete er mit internationalen Größen zusammen, wie der Bassgeiger Jimmy Garrison von Coltrane, oder Michel Portal, Slide Hampton, Phil Woods, mit letzteren in Paris. Dann suchte er sich amerikanische Musiker als Partner: Mit Billy Cobham oder Joe Henderson schufen sie eine neue Richtung. Sein neues Trio gründete er in Paris zusammen mit Jean-François Jenny-Clark und Daniel Humair. Er komponierte für die bekannte amerikanische Choreographin Carolyn Carson beim Nederlands Dans Theater. Seit 1996 musiziert er zusammen mit Ornette Coleman im Duo. In seiner Tätigkeit verschmelzen klassisches und modernes Musizieren organisch miteinander.
(Mit der freundlichen Unterstützung der Deutschen Telekom / T-Com.)



2. April
Italienisches Kulturinstitut, 19:30 Uhr
English Chamber Orchestra
Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre, op. 26
Dvořák: Romanze in f-Moll
Sarasate: Carmen Fantasie
Dvořák:
Bruch: Violinkonzert Nr. 1 (g-Moll), op. 26
Dirigent: David Stern
Mit: Sarah Chang / Violine
Das English Chamber Orchestra (ECO) wurde 1960 gegründet. Es gilt als eines der besten Kammerorchester in aller Welt, die Musiker leben einzig und allein der Arbeit im Orchester; verwaltet wird es von der musikalischen Gesellschaft ECO unter der Patenschaft des Prinzen von Wales. Seit seiner Bestehung trat das Orchester u. a. mit Benjamin Britten, Sir Colin Davis, Daniel Baremboim, Raymond Leppard, Mitsuko Uchida, der virtuosen Pianistin aus Japan, Schülerin von Alfred Brendel, mit Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman auf. Das Konzert in Budapest dirigiert Daniel Stern. Er erblickte in New York das Licht der Welt, seine Studien absolvierte er an der Yale Universität in den Fachrichtungen Klavier und Dirigieren, dann studierte er an der Juillard School. Er nahm an zahlreichen internationalen Festivals und Wettbewerben in den Vereinigten Staaten und Süd-Amerika teil. Auch in Europa erntete er Erfolge, z. B. am Festival in Aix-en-Provence. In den Opernhäusern dirigierte er Werke von Britten, Mozart, Bizet und Richard Strauss. Mehrmals leitete er auch das Orchestre de Paris. Mit der Violinistin Sarah Chang debütierte er 1999 in Großbritannien, wohin er auch seitdem öfters zurückkehrt.

Sarah Chang wurde als Tochter koreanischer Eltern in Philadelphia geboren und ist knapp über zwanzig. Sie galt als Wunderkind, denn sie war erst neun, als sie ihre erste Plattenaufnahme mit Werken virtuoser Kompositionen für Violine von Sarasate, Paganini, Elgar und Prokofieff aufzeichnete. An der Juillard School war sie Schülerin von Dorothy Delay, der besten Meisterin der Violinisten. Die junge Musikerin wurde von den größten Orchestern der Welt ersucht, vom Concertgebouw Orchestra bis zu den Wiener Philharmonikern und den großen amerikanischen Orchestern. Sie musizierte mit den Dirigenten Zubin Mehta, Riccardo Muti, Sir Simon Rattle, James Levin, Michael Tolson Thomas, kurzum mit allen bedeutenden Dirigenten unserer Tage. Von Peking bis London wetteifern die wichtigsten Festivals um ihren Gastauftritt. Ihr Repertoire ist außerordentlich reich, sie spielt die Violinkonzerte von Sibelius und Goldmark ebenso, wie Kompositionen von Mendelssohn, Richard Strauss oder Dvořak. In den letzten Jahren begann sie sich immer mehr für das Kammermusizieren zu interessieren, davon zeugt auch ihr Konzert in Budapest.



2. April
Musikakademie, 19:45 Uhr
Budapester Festivalorchester
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 (B-Dur), 3 (c-Moll) und 4 (G-Dur)
Dirigent und am Klavier: András Schiff

3. April
Musikakademie, 19:45 Uhr
Budapester Festivalorchester
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 (B-Dur), 3 (c-Moll) und 4 (G-Dur)
Dirigent und am Klavier: András Schiff
4. April
Festsaal der Ungarischen Akademie der Wissenschaften am Roosevelt tér, 19:30 Uhr
Il Fondamento
Zelenka: Gesù al Calvario, ZWV 62
Dirigent: Paul Dombrecht
Mit: Maria Cristina Kiehr, Greta De Reyghere, Kay Andrew Watts, Pascal Bertin, Steve Dugardin / Gesang, Kammerchor Namur
Il Fondamento
Das Ensemble Il Fondamento wurde mit dem Ziel gegründet, Werke der alten Musik historisch, d.h. authentisch erklingen zu lassen. Sie entdecken in Vergessenheit geratene Stücke neu, führen Raritäten von Zelenka, Fasch, Fux, Telemann und natürlich von Händel und Bach auf. Il Fondamento wirkt unter der Leitung von Paul Dombrecht, bekannt als moderner Oboenvirtuose, trotzdem wurde er zu einem der Bahnbrecher der authentischen Vortragsweise. Dombrecht ist auch Leiter des Bläserconsorts Octophorus, das ebenfalls alte Musik spielt. Im Laufe der Jahre erweiterte sich ihr Repertoire und heute tragen sie nicht nur ausschließlich historische Kompositionen vor, sie spielen auch Mozart. In Zusammenarbeit mit anderen flämischen Musikensembles setzen sie auch Opern, bzw. die monumentalen oratorischen Werke von Händel und Bach auf ihren Spielplan. Zelenka, obwohl er den Großteil seines Lebens nicht in seiner Heimat, sondern in Dresden verbrachte, war einer der maßgebenden Meister der böhmischen Barockmusik. Er komponierte vor allem Kirchenmusik, z. B. 20 Messen, darunter auch Requien, Magnifikats, sowie mehrere Lamentationen.

Die Solistin in seinem Werk Jesus auf dem Kalvarienberg (Gesù al Calvario) Greta De Reyghere hatte ihre eigene Mutter als erste Gesanglehrerin. Greta hatte sich nicht auf diese Laufbahn vorbereitet, sie lernte Sprachen und erkannte erst als junge Erwachsene, dass sie sich hauptberuflich mit dem Singen beschäftigen möchte. Sie absolvierte das Königliche Konservatorium in Brüssel und besuchte die Meisterkurse von Alfred Deller, Erik Werba und Gérard Sousjay. In ihrem Repertoire stehen aber auch Werke von modernen Komponisten aus dem 20. Jahrhundert.


4. April
Musikakademie, 19:30 Uhr
Gustav Mahler Jugendorchester
Mahler: Das Lied von der Erde – Der Abschied
Mahler: Symphonie Nr. 9
Dirigent: Claudio Abbado
Mit: Anna Larsson /Gesang
Gustav Mahler Jugendorchester
Das Gustav Mahler Jugendorchester (GMJO) wurde 1986 in Wien auf Initiative von Claudio Abbado ins Leben gerufen. Es war das erste Orchester, in dem junge Musiker aus Ost- und Westeuropa zusammen musizierten. 1992 wurde GMJO für alle europäischen Musiker unter 26 Jahren zugänglich, auch gegenwärtig ist es das einzige paneuropäische Jugendorchester. Die Mitglieder des GMJO bekommen kein Gehalt, doch während der Tourneen werden all ihre Kosten (Reise, Verpflegung, Unterkunft) gedeckt. Zweimal jährlich (gegen Ostern und im Sommer) konzertieren die Musiker.
Ihr Repertoire reicht von den Klassikern bis zur zeitgenössischen modernen Musik.
Das GMJO ist ein gern gesehener Gast aller Festivals (Salzburger Frühlings- und Sommerfestival, Londoner Proms, Berliner Kunstwochen, Edinburgh Festival, Musikfestival Schleswig Holstein, Luzerner Festival) sowie in den bekannten Konzertsälen Europas (Wiener Konzerthausgesellschaft, Kölner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam).
Über den Gründer-Dirigenten hinaus arbeiteten auch folgende Dirigenten mit dem Orchester zusammen: Marc Albrecht, Serge Baudo, Pierre Boulez, Semjon Bitschkow, Riccardo Chailly, Peter Eötvös, Iván Fischer, Daniele Gatti, Michael Gielen, Bernard Haitink, Manfred Honeck, Mariss Jansons, Neeme Järvi, James Judd, Sir Neville Marriner, Kent Nagano, Václav Neumann, Seiji Ozawa und Franz Welser-Möst. Sie begleiteten solch prominente Solisten, wie Pierre-Laurent Aimard, Thomas Allen, Martha Argerich, Jurij Basmet, Brigitte Fassbaender, Leon Fleisher, Natalia Gutman, Thomas Hampson, Hans Hotter, Dmitrij Hworoschtowsky, Soile Isokoski, Jewgenij Kissin, Marjana Lipovsek, Radu Lupu, Christa Ludwig, Yo-Yo Ma, Waltraud Meier, Viktoria Mullova, Anne-Sophie Mutter, Jessye Norman, Anne Sofie von Otter, Maria Joao Pires, Lucia Popp, András Schiff, Christian Tetzlaff, Dawn Upshaw, Maxim Wengerow und Frank-Peter Zimmermann.
In den letzten Jahren kennzeichneten mehrere bedeutende Tourneen die Tätigkeit des Orchesters. 1996 trugen sie unter Abbado Schönbergs Gurre-Lieder vor, im Sommer 2001 dirigierte Franz Welser-Möst Mahlers Symphonie Nr. 8. Die erste Opernproduktion des Orchesters dirigierte Pierre Boulez, die Regisseurin war Pina Bausch (Bartók: Herzog Blaubarts Burg). In Zusammenarbeit mit dem Musikzentrum Tanglewood der Bostoner Symphoniker gastierten sie gemeinsam in Nord- und Süd-Amerika, und zwar unter den Dirigenten Claudio Abbado und Seiji Ozawa. 2002 trugen sie beim Edinburgh Festival mit großem Erfolg Wagners Parsifal vor. Regisseur der Produktion war Peter Stein. Im Frühjahr 2003 konzertierten sie mit Pierre Boulez in Japan.
Die einstigen Mitglieder des GMJO spielen heute in den angesehensten Orchestern, bei den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern, in der Dresdner Staatskapelle, im Leipziger Gewandhausorchester sowie in den Opernhäusern von Zürich, Paris, Barcelona, Helsinki, Rom und Budapest. Viele von ihnen setzten ihre Karriere in bekannten Kammerorchestern fort, wie z.B. Kremerata Baltica, Camerata Salzburg, oder Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. 1996/97 wurde aus einstigen GMJO-Mitgliedern das Mahler Kammerorchester ins Leben gerufen, das sich mittlerweile einen sehr guten Ruf in der internationalen Musik erwarb. Das GMJO machte auch schon mehrere erfolgreiche Tonaufnahmen. Auf ihren CD-s dirigieren u. a. so namhafte Musiker wie Abbado, Peter Eötvös, James Judd und Stefan Anton Reck.

Anna Larsson
Die junge schwedische Alt-Sängerin absolvierte die Akademie der Stockholmer Oper, vor der Öffentlichkeit debütierte sie 1995. Ihre Karriere ging steil hoch, sie ist vor allem als Oratoriensängerin gefragt. Mit dem Symphonischen Orchester des Schwedischen Rundfunks sang sie (uter dem Dirigenten Okku Kamu) mehrmals (in Schweden und England) den Liederzyklus Des Knaben Wunderhorn, sowie die Rhapsodie op. 53 für Altsolo, Männerchor und Orchester von Brahms mit den Osloer Philharmonikern (unter dem Dirigenten Paavo Berglund). Mit Claudio Abbado arbeitete sie in Mahlers Symphonie Nr. 2 (Berliner Philharmoniker). 1998 sang sie das Solo in oben genannter Brahms-Rhapsodie. 1996 zeichnete sie mit dem Orchester Sinfoniette des Dänischen Rundfunks Max Regers Transkriptionen zu Liedern von Schubert und Brahms für Orchester.


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